Piercingarten


 AUGENBRAUENPIERCING 
Das Augenbrauen-Piercing ist eine bekannte und beliebte Piercing-Art.
Gestochen wird in der Regel am hinteren Drittel der Augenbraue und das vertikal, sodass die Einstichstellen über und unter der Braue sitzen.
Etwas weniger bekannt sind die horizontalen Augenbrauen-Piercings, die zum Beispiel beide Einstichstellen oberhalb der Augenbraue haben.
Das Piercing lässt sich mit einem Barbell, Bananabell, Ball-Closure-Ring oder Circular-Barbell kreativ variieren.

Anti-Augenbrauen-Piercing: Hierbei handelt es sich nicht um ein Augenbrauen-Piercing im richtigen Sinne, sondern um ein Oberflächen-Piercing, welches schräg unter dem Auge, also im Bereich des Jochbeins gestochen wird.
Da es an Tränen erinnert, wird es auch Teardrop-Piercing genannt.

Heilung: Das Stechen an sich ist in der Regel wenig schmerzhaft, jedoch kann es in den ersten Tagen zu einer Schwellung an der gepiercten Stelle kommen. Um die Heilung von vier bis acht Wochen zu beschleunigen, sollte das Piercing regelmässig gereinigt werden und nur mit desinfizierten Händen angefasst werden. Um Irritationen zu vermeiden, wird geraten, auf Kosmetik-Artikel im Bereich des Piercings zu verzichten.

Gefahr: Das Piercen des äusseren Drittels der Augenbraue birgt in der Regel keine Gefahr, solange auf eine gute Pflege und Reinigung geachtet wird. Das Stechen der inneren zwei Drittel jedoch birgt die Gefahr der Nervenverletzung, was im schlimmsten Fall zu einer Lähmung der Augenbraue oder eines Teils des Gesichts führen kann, hierbei ist es also wichtig, einem erfahrenen Piercer zu vertrauen.

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 BAUCHNABELPIERCING 
Durch Promis wie Britney Spears, Beyoncé und Pink ist es bekannt und beliebt geworden: Das Bauchnabel-Piercing, auch BNP oder Nabel-Piercing genannt.
Dieses Piercing wird in der Regel senkrecht durch die obere Hautfalte des Bauchnabels gestochen. Seltener ist das Piercing an der unteren Hautfalte des Nabels oder horizontal an der rechten und linken Seite zu finden.
Auch das Durchstechen eines herausstehenden Bauchnabels ist grundlegend möglich, wird jedoch nur selten gemacht.

Heilung: Dadurch, dass die Körpermitte ständig in Bewegung ist, hat das Bauchnabel-Piercing eine relativ lange Heilungsdauer von bis zu sechs Monaten.
Auch das Reiben von Kleidung an dem Piercing erschwert die Abheilung. Es wird empfohlen, die Einstichstelle regelmässig zu reinigen und in den ersten Wochen auf Sport zu verzichten.

Gefahr: Da das Piercing eine lange Heilungszeit benötigt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß eine Entzündung auftritt.
Auch ist wichtig zu beachten, dass neuer Schmuck wirklich erst eingesetzt wird, nachdem der Stichkanal vollständig abgeheilt ist.

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 BRIDGE 
Das Bridge-Piercing wird horizontal am oberen Nasenrücken, auf Höhe der Augen, gestochen.
Dadurch, dass der Nasenrücken in der Regel nicht gerade, sondern leicht gebogen ist, wird bei dem Bridge-Piercing ein Barbell oder Bananabell genutzt.
Das Piercing liegt somit wie eine Brücke zwischen den Augen.
Wörtlich übersetzt heisst der Piercing-Name deswegen: Brücken-Piercing.

Heilung: Bei guter Pflege und Hygiene benötigt der Stichkanal eine Heilungsdauer von fünf bis acht Wochen.

Gefahr: Um dieses Piercing erfolgreich und ästhetisch stechen zu lassen, wird ein erfahrener und sicherer Piercer und eine ausreichende Pflege benötigt.
Zum Einem befinden sich in diesem Teil des Gesichts wichtige Nerven, die bei einer Entzündung des Piercings in Mitleidenschaft gezogen werden können, wodurch im schlimmsten Fall schwerwiegende Nervenschäden auftreten könnten.
Ausserdem soll das Piercing natürlich gerade sitzen und nicht das Blickfeld behindern. Hier ist beim Stechen höchste Präzision gefragt.

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 BRUSTWARZENPIERCING 
Das Brustwarzen-Piercing ist bei Männern wie auch bei Frauen gleichermaßen beliebt und wird, wie der Name schon verrät, durch die Brustwarze gestochen.
Gepierced wird meistens horizontal, jedoch sind auch vertikale oder diagonale Piercings möglich.
Sollte die Brustwarze gross genug sein, können sogar zwei (oder mehr) Piercings über Kreuz gestochen werden. Hierbei ist es jedoch wichtig, zu warten, bis das erste Piercing komplett abgeheilt ist, bevor ein Neues gestochen wird.

Heilung: Das Stechen eines Brustwarzen-Piercings kann sehr schmerzhaft sein und der Stichkanal benötigt eine relativ lange Heilungsdauer von drei bis sechs Monaten.
Eine regelmässige Pflege ist sehr wichtig, um Entzündungen zu vermeiden.
Es wird ausserdem dazu geraten, das Piercing in den ersten Tagen mit einem Pflaster abzudecken, damit es vor Schmutz geschützt ist und die Kleidung nicht zu stark scheuert.

Gefahr: Ein Brustwarzen-Piercing hat kein grösseres Gefahren-Risiko beim Stechen als andere Piercings.
Dadurch, dass die Brustwarze jedoch sehr sensibel ist, kann das Stechen und die Heilungsphase schmerzhafter sein, als bei Piercings an anderen Körperstellen.
Frauen sollten beim Durchstechen ihrer Brustwarzen dringend darauf achten, dass die Warzenvorhöfe nicht beschädigt werden, denn dies kann im schlimmsten Fall zu einer Mastitis, also einer Brustentzündung, führen.
Wichtig zu beachten ist ausserdem, dass das Piercing nicht zu nah an der Oberfläche platziert wird, denn dann besteht die Gefahr des Herauswachsens.
Auch hier gilt also: Ein guter Piercer und eine gute Pflege sind das A und O für ein schönes und gesundes Brustwarzen-Piercing.

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 HELIX 
Das Helix-Piercing gehört zu den Ohr-Piercings und wird in den oberen Rand der Ohrmuschel, in den sogenannten Helix-Knorpel, gestochen.
Es können beliebig viele Helix-Piercings gestochen werden, solange der Platz reicht.
Als Schmuck eignen sich Ball-Closure-Rings und kurze Barbells hervorragend.

Anti-Helix-Piercing: Das Anti-Helix-Piercing wird entweder dicht an der inneren Ohrkante, direkt über dem Tragus platziert, oder in der Ausstülpung der inneren Ohrmuschel gegenüber des Tragus.
Je nachdem, wie viel Platz vorhanden ist, können auch mehrere Anti-Helix-Piercings übereinander gestochen werden.

Heilung: Die Heilungsdauer beim Helix-Piercing beträgt drei bis sechs Monate.
Es sollte während der Heilungsphase natürlich auf eine gute Hygiene und Reinigung geachtet werden, ausserdem darf das frische Piercing nicht überstrapaziert werden.
Geschlafen werden sollte also erst einmal auf dem ungepiercten Ohr.

Gefahr: Den Knorpel zu durchstechen ist keine schmerzfreie Angelegenheit, weswegen viele Piercer das sogenannte Punchen anbieten.Dabei wird der Knorpel nicht durchstochen, sondern gestanzt.
Das vermeidet Druck-Schmerz und verspricht eine schnellere Heilung.
Egal, ob gepierced oder gepuncht: Wichtig ist, dass das Piercing sachgerecht eingesetzt wird und anschliessend ausreichend Pflege erfährt, denn mit Infektionen im Knorpelgewebe ist nicht zu spassen.

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 FAKE PIERCING 
Wer sich nicht traut, die Haut zu durchstechen oder es einfach nicht darf, hat mit Fake Piercings eine gute Alternative zu echten Piercings gefunden.
Die unechten Piercings sehen täuschend echt aus und das obwohl sie in der Regel nur gesteckt, geklemmt oder sogar geklebt werden. Das Fake Piercing wird auch Fun Piercing genannt, denn es kann ohne Schmerzen angebracht und getragen werden und hinterlässt keine Narben.
Gerade für die Ohren ist das Angebot an Fake Piercings gross: Es gibt neben den einfachen Piercings zum Klemmen Fake-Cuffs, -Plugs, -Spiralen und -Expander. Auch an anderen Körperstellen, wie der Nase gibt es falsche Piercings, wie das Septum, das sich ebenfalls klemmen lässt.

Heilung: Da die Haut nicht durchstochen wird, benötigen Fake-Piercings keine Heilungszeit.

Gefahr: Die einzige Gefahr, die besteht, ist, dass das Fake-Piercing verloren geht, wenn es zu locker sitzt oder nicht richtig angebracht wurde.

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 INDUSTRIAL 
Das Industrial-Piercing wird auch Scaffold-Piercing genannt und besteht aus einem langen Barbell, der in zwei schräg gegenüber liegende Helix-Piercings in der oberen Ohrmuschel eingesetzt wird.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Industrial-Piercing stechen zu lassen: Zum Einem können direkt zwei Stellen gepierced und der Barbell-Stab unmittelbar danach eingesetzt werden.
Zum Anderen können jeweils zwei Helix-Piercing nacheinander gestochen und das Barbell erst eingesetzt werden, sobald beide Stichkanäle abgeheilt sind. Bei dieser Methode wird meistens sogar nur ein Helix-Piercing gestochen, um nach der Abheilung zu sehen, in welchem Winkel das Piercing steht. Somit kann das zweite Helix-Piercing ideal platziert werden.

Heilung: Beim Stechen des Industrial-Piercings wird eine Heilungsdauer von drei bis fünf Monaten benötigt.
Sollte das Piercing gepuncht werden, also aus dem Knorpel gestanzt, reduziert sich die Heilungszeit auf zwei bis vier Wochen.

Gefahr: Wichtig beim Industrial-Piercing ist der richtige Winkel des Piercings.
Ist dieser schlecht gesetzt, kann es zu einem unangenehmen Druck auf das Industrial-Piercing führen, was schlussendlich mit Entzündungen und Wildwuchs enden kann.

Zu den Industrialpiercing

 INTIMPIERCINGS BEI MÄNNERN 
Zu den populärsten Intimpiercings bei Männern gehört das Prinz-Albert-Piercing (PA). Er verläuft von der Harnröhre ausgehend durch die untere Peniswand und wird wegen des erhöhten Tragekomforts meistens mit dickerer Materialstärke getragen. Der Ampallang verläuft horizontal, also quer durch die Eichel. Analog dazu sitzt der Apadravya vertikal. Die kreuzweise Kombination beider wird als Magic Cross bezeichnet. Der Reverse Prinz Albert (auch: Queen Victoria) verläuft wie ein gewöhnlicher PA durch die Harnröhre, tritt jedoch oben aus der Eichel heraus und bildet somit quasi einen halben Apadravya.
Ein Dydoe sitzt im Eichelrand. Während bei den anderen Piercings die Heilung durch Urinkontakt gefördert wird, gestaltet er sich hierbei etwas langwieriger.
Das Frenulumpiercing verläuft durch das Vorhautbändchen und gehört zu den unkompliziertesten männlichen Intimpiercings. Das Weiten dieses Piercings, um Schmuck mit höherer Drahtstärke einzusetzen, ist recht einfach und erhöht den Tragekomfort.
Das Pubic im Bereich oberhalb der Peniswurzel gehört zu den Oberflächenpiercings.
Ein Oetang sitzt in der Vorhaut. Es kann an beliebiger Stelle angebracht werden und wird meistens mit einem Ball-Closure-Ring getragen.
Piercings am vorderen Bereich des Hodensacks werden Hafada oder Scrotal genannt und gehören bezüglich Heilung und Pflege ebenfalls zu den unkomplizierten Intimpiercings. Transscrotal-Piercing hingegen bezeichnet eine Körpermodifizierung, die eine Verbindung zwischen Vorder- und Rückseite des Hodensacks herstellt. Da hierbei nicht gestochen, sondern mit einem Skalpell geschnitten und anschliessend gegeneinander vernäht wird, ist die Bezeichnung Piercing technisch falsch.

 INTIMPIERCINGS BEI FRAUEN 
Die häufigsten Formen von Intimpiercings bei Frauen sind das Klitorisvorhautpiercing, das Schamlippenpiercing und das Christina-Piercing.
Bei dem Schamlippenpiercing wird zwischen Piercings in den inneren und den äusseren Schamlippen unterschieden, die unterschiedlichen Umständen bezüglich Durchführung und Heilung ausgesetzt sind.
Das Christina-Piercing ist ein Oberflächenpiercing, das vertikal in der Falte gestochen wird, an der die äusseren Schamlippen oben zusammenlaufen.
Das untere Ende des Nefertiti-Piercings endet ähnlich dem Klitorisvorhautpiercing unter der Klitorishautfalte. Es verläuft durch Klitorisvorhaut und Venushügel.
Analog zum Prinz Albert beim Mann verläuft das Prinzessin-Albertina-Piercing von der Harnröhrenöffnung zur Vaginalöffnung.
Mit zum stimulierendsten Intimpiercing der Frau zählt das Klitorispiercing. Die starke Innervation des dabei zu durchstechenden Gewebes macht es in der Durchführung risikoreicher und schmerzhafter als andere Piercings. Es kann horizontal und vertikal durch die Klitoris gestochen werden.
Das Isabella-Piercing wird vertikal unter der Klitoris platziert, ein Triangle dagegen horizontal. Beide Varianten sind sehr tief gestochene Piercings.
Ein zentriertes, senkrechtes Piercing am unteren Ende der inneren Schamlippen wird Fourchette genannt.
Relativ selten und risikoreich ist das Suitcase-Piercing, das zwischen Anus und Vagina verläuft.

 LABRET-PIERCING 
Das Labret Piercing ist ein sehr variantenreiches Piering, welches unterhalb oder sogar seitlich des Mundes (Unterlippe) gestochen werden kann. Meistens wird es mittig unterhalb des Mundes gestochen. Das Material aus dem ein Labret- Piercing besteht ist meist Titan oder Chirurgenstahl, aber auch PTFE wird verwendet.

 LIPPENBÄNDCHENPIERCING 
Mit dem Lippenbandpiercing ist meist das obere Lippenbändchen gemeint (Mitte, Innenseite der Oberlippe). Das Lippenband ist sehr dünn, aber stabil. Daher ist das Piercing schnell verheilt und lässt sich problemlos tragen. Der Heilungsprozess dauert etwa 2 bis 3 Wochen. Eine Traumatisierung und Schädigung des Zahnhalteapparates der oberen Schneidezähne ist jedoch nicht auszuschliessen, aus zahnmedizinischer Sicht sollte immer der Barbell optimal angepasst sein, um Zahnschäden zu vermeiden, oder man sollte ganz auf dieses Piercing verzichten. Allerdings gibt es spezielle Kugeln die, die Reizung des Zahnfleisches minimieren sollen. Das wechseln des Schmuckes sollte nur von einem Fachmann vorgenommen werden, dieser benutzt dazu eine spezielle Zange. Der eingesetzte Schmuck sollte übrigens mindestens eine Stärke von 1.2 mm haben, da ansonsten die Gefahr besteht, dass der Schmuck herauswächst.

Heilungsdauer: 2-3 Wochen

 MADISON-PIERCING 
Das Madison-Piercing ist ein Körperschmuck, der mittig am Halsansatz gestochen wird.
Dafür wird in der Haut in der sogenannten Drosselgrube ein waagerechter Schnitt gemacht und das Piercing eingesetzt.
Eine andere Alternative ist das waagerechte Durchstechen der Haut und das Einsetzen eines flexiblen Surface-Bars, häufig wird jedoch auch einfach ein Barbell genutzt.

Heilung: Das Madison-Piercing benötigt eine relativ lange Abheilzeit von mindestens drei Monaten. Die Reibung von Kleidung sollte weitestgehend vermieden werden und das Piercing bedarf einer guten Pflege. Auch nach der Abheilung ist die Hygiene absolut wichtig.

Gefahren: Das Madison-Piercing gehört zu den Oberflächen-Piercings und ist somit einer relativ hohen Spannung ausgesetzt. Deswegen ist bei diesem Schmuck die Gefahr des Herauswachsens relativ hoch. Ausserdem kann es vorkommen, dass das Piercing nie richtig abheilt und somit eine stärkere Narbenbildung hervorgerufen wird.

Zu den Madison-Piercing

 MADONNA/MONROE 
Das Madonna/Monroe Piercing wird seitlich des Mundes in die Wange gestochen, oft an der Stelle, wo die gepiercte Person ein Grübchen hat. Sollten Sie bedenken haben, informieren Sie sich lieber bei Ihrem Zahnartzt. Denn in vielen Fällen bildet sich das Zahnfleisch zurück und es kann zu schlechten Zähnen führen. Optisch ist das Madonna/Monroe-Piercing natürlich sehr modisch und modern. Vor allem Frauen tragen diese Art von Schmuck sehr gern, aber auch bei Männern wird das Madonna/Monroe-Piercing immer beliebter. Das Madonna Piercing ist ein Labret-Piercing. Madonna ist eine der Prominenten die an dieser Stelle ein Muttermal besitzt, auch Marilyn Monroe hatte an dieser Stelle ein Muttermal. Daher ist der Name Madonna- oder Monroe-Piercing entstanden.

Heilungsdauer: 2-4 Wochen

 MEDUSA 
Das Medusa-Piercing wird oberhalb der Lippe gestochen. Dabei wird genau darauf geachtet das, dass Piercing mittig in die Hautfalte gestochen wird. Da hier sehr viele Nerven verlaufen ist die Piercingart schmerzhafter als andere Lippenpiercings. Das Medusa-Piercing ist eine weitere Variation des Labret Piercings und ist weit verbreitet, vor allem bei Frauen findet diese Piercingart immer mehr Fans. Oft wird das Piercen dieses Piercings als sehr schmerzhaft beschrieben, da viele Nerven in der Lippe entlang laufen. Man sollte nach dem Abheilen der Wunde, ein kürzeren Stab verwenden um die Zähne zu schonen.

Heilungsdauer: 1-3 Monate

 NASENPIERCING 
Das Nasenpiercing kann je nach Geschmack am rechten sowie auch am linken Nasenflügel gestochen werden. Frauen bevorzugen meistens einen Curved Nose Studs (gebogenes Piercing) oder einen Nose Bones (gerades Piercing), jedoch können auch Männer ein Nasenpiercing haben welches bei Männern eher ein Nasenring oder BCR-Ring ist.

Heilungsdauer: 4-8 Wochen

 OBERFLÄCHENPIERCINGS 
Bei einem Oberflächenpiercing handelt es sich um ein Piercing, bei dem Einstich- und Austrittskanal auf einer Ebene liegen. Diese stehen meistens unter Spannung und werden häufiger vom Körper abgestossen als andere Piercings. Beim Korsett-Piercing werden beispielsweise mehrere Oberflächenpiercings kunstvoll in mindestens zwei Reihen auf dem Rücken angebracht. Beim Dermal Anchor werden kleine Metallplatten unter die Haut transplantiert, die über der Haut mit einem Gewinde abschliessen, auf das gegebenenfalls verschiedene Aufsätze, wie Kugeln usw., aufgeschraubt werden können. Oberflächenpiercings wie das Madison-Piercing in der Drosselgrube, das Hüftpiercing schräg am Becken in der Nähe der Hüftknochen, sowie das Handweb zwischen den Fingern sind aufgrund der problematischen Beschaffenheit der entsprechenden Körperstellen eher selten; Letzteres vor allem wegen der eingeschränkten Funktionalität der Hände. Das Korsett-Piercing auf dem Rücken besteht aus mehreren symmetrisch angeordneten Piercingreihen, wird jedoch meistens nur als temporäres Kunstpiercing gestochen.

 SEPTUM 
Das Septum- Piercing wir durch die Nasenscheidewand gestochen. Da sich in der Nasenscheidewand viele Nerven befinden, kann sich der Stich ziemlich schmerzhaft anfühlen. Dieses Piercing kann auch unterhalb des Knorpelgewebes angebracht werden. Die Nasenscheidewand weisst viele unebenheiten auf, dadurch ist ein gerader Stich nur sehr schwer möglich. Diese Piercing wird nicht oft gestochen, da man die Hygiene bei diesem Piercing genaustens beachten muss, vor allem muss man bei Erkältungen und bei Schnupfen aufpassen, dass sich die Wunde nicht entzündet. Diese Piercingart ist schon sehr alt, sogar Indianer und Ureinwohner trugen diesen Schmuck.

Heilungsdauer: ca. 2-3 Monate

 SNAKE PIERCING 
Bei dem Snake-Piercing, oder auch Snake-Eye-Piercing, handelt es sich um ein Zungen-Piercing, das die herausgestreckte Zunge an einen Schlangenkopf erinnern lässt. Dafür wird die Zungenspitze waagerecht durchstochen, sodass der Schmuck an beiden Seiten der Zungenspitze zu sehen ist.

Heilung: Das Snake-Piercing benötigt eine Heilungszeit von drei Wochen bis hin zu zwei Monaten.
Während dieser Zeit sollte stark auf die Hygiene geachtet werden und das Piercing darf nur mit desinfizierten Händen angefasst werden.
Ausserdem ist es ratsam ein alkohol- und chlorfreies Mundspray nach jeder Mahlzeit zu nutzen, um Entzündungen zu vermeiden.
Auf scharfe Gerichte, Alkohol, Zigaretten und heisse Getränke sollte während er Abheilzeit ausserdem verzichtet werden.

Gefahren: Das Snake-Piercing hat eine relativ lange Abheilzeit, in der Entzündungen und Komplikationen auftreten können. Ausserdem kann die Platzierung des Piercings dazu führen, dass Sprachfehler wie Lispeln auftreten, denn die Muskeln der Zunge lassen sich nach dem Piercen nicht mehr unabhängig voneinander bewegen. Schlussendlich kann das Piercing auch die Zähne schädigen, wenn es beim Sprechen und Essen gegen diese schlägt und feine Risse im Zahnschmelz verursacht.

Zu den Snake Piercing

 TRAGUS 
Das Traguspiercing wird direkt durch den Knorpel gestochen, dieser Knorpel liegt genau vor dem Hörgang. Als Schmuck können Barbell Closure Rings, Barbells oder Piercingstecker getragen werden. Als Ersteinsatz ist sterilisierter Schmuck, dessen Nickelgehalt unter 0,05% liegt, gesetzlich vorgeschrieben. Nach dem Heilungsprozess kann beliebig auf andere Materialien umgestiegen werden z.B. Chirurgenstahl, PTFE, Nobium.

Heilungsdauer: 3-6 Monate

 GEWEITETE PIERCINGS 
Um Schmuck mit grösserem Durchmesser einzusetzen, kann ein Piercing vorsichtig geweitet werden. Diese Praxis ist vor allem vom Lobe-Piercing bekannt. Dabei wird meistens ein konisch verlaufender Dehnungsstift verwendet, der zuvor mit Gleitgel bestrichen und vorsichtig in den Stichkanal eingeführt wird. Der Schmuck mit grösserem Durchmesser wird anschliessend am Ende des Dehnungsstiftes angesetzt und hinterhergeschoben.
Um Ausstülpungen, Einrisse und ähnlichen Nebenerscheinungen (ausgefranst wirkende Lobes, auch Katzenarsch genannt, Arschlocheffekt, deutlich sichtbar bei entfernen des Schmuckes) vorzubeugen, muss mit grösster Sorgfalt und Geduld vorgegangen werden. Auch wenn es immer wieder Übereifrige gibt, welche binnen weniger Wochen ein frisches Lobe auf 20mm bringen, zu empfehlen ist das keinesfalls. Als Leitfaden sagt man, einen Millimeter alle vier Wochen. Das verhindert oben genannte unerwünschte Nebenerscheinungen. Zwischen diesen vier Wochen hat das gedehnte Gewebe dann genügend Zeit, um sich zu beruhigen.
Es sollte nicht verhehlt werden, dass gedehnter Schmuck pflegeintensiver ist. Durch die vergrösserte Oberfläche setzt sich Talg, Hautschuppen und alltäglicher, mikroskopisch kleiner Schmutz ab, der zu dem typischen Geruch der gedehnten Ohrlöcher führt. Man sollte also solcherlei Tunnel jeden Tag reinigen. Oder man wechselt nach Beendigung des letzten Dehnschrittes und der völligen Abheilung des gedehnten Lobes auf organische Matieralien. Horn, Knochen, Holz, Perlmutt. Dieses verhindert das Entstehen dieses nicht wirklich unangenehmen, aber doch deutlich wahrnehmbaren Geruches.
Auch sollten Lobes, welche noch in der Dehnphase sind, häufiger massiert und gut gepflegt werden. Das hält sie geschmeidig und erleichtert weitere nachfolgende Dehnschritte. Nach dem Dehnen sollte das Lobe für einige Zeit wie ein frisches Piercing behandelt werden.

 ZUNGENPIERCING 
Das Zungenpiercing wird meist ein vertikal und mittig durch die Zunge gestochen. In den Stichkanal wird ein Piercingstab (Barbell) mit Kugeln eingesetzt. Auch mehrere Schmuckstücke in der Zunge sind möglich. Beim Stich ist darauf zu achten, dass im Mundraum nichts verletzt wird, da viele Nerven in der Zunge liegen. Auf die Position des Piercings sollte besonders geachtet werden, da bei falscher Positionswahl die Zähne geschädigt werden können. Da das Zungenpiercing zwischen zwei Muskeln gestochen wird, sollte man dies nur von einem erfahrenen Fachmann (Piercer) stechen lassen. Wenn das Zungenpiercing richtig gestochen wird, ist es meist nicht so schmerzhaft wie oft angenommen wird. Kurz nachdem Stechen werden Schwellungen auftreten, die auch sehr stark sein können. Daher sollte ein Barbell aus Titan in Überlänge verwendet werden. Da sonst ein Druckschmerz entstehen kann. Ist die Schwellung abgeheilt, so kann auch auf kürzere Stäbe umgestellt werden. So kann das Risiko auf Zahnschäden minimiert werden. In der Zeit der Abheilung sollte man auf Alkohol sowie auf Nikotin verzichten, da diese Mittel sich negativ auf den Heilungsprozess auswirken können. Beim Essen ist darauf zu achten, dass nach jedem Essen der Mundraum mit Wasser vollständig ausgespüllt wird. Auch sollte man viel trinken, dies ist sehr wichtig, denn so kann eine Schwellung minimiert werden. Zuviel Pflege oder Reinigung kann das Piercing reizen, dies wirkt sich negativ auf den Heilungsverlauf aus.

Heilungsdauer: 3-6 Wochen