Gefahren und Probleme von Piercings

Sich ein Piercing stechen zu lassen, bedeutet auch, mit der Konsequenz zu leben, dass der Stichkanal sich entzünden könnte oder grössere Probleme auftreten. Zwar ist dies selten der Fall und eine gute Pflege ist das A und O für ein gesundes und schönes Piercing, jedoch besteht immer ein kleines Restrisiko. Dieser Text ist dazu gedacht, Dich über eventuelle Risiken aufzuklären und nicht, um Dich davon abzuschrecken, Dir ein Piercing stechen zu lassen.
Eine englische Studie befasste sich bereits mit dem Thema der Komplikationen nach dem Piercen und fand heraus, dass ungefähr jeder Dritte von 10.000 Personen es als notwendig betrachtete, eine zweite Meinung zu einer Veränderung an seinem Piercing einzuholen und so zu seinem Piercer oder zu einem Arzt ging. Dabei sind die häufigsten Veränderungen oder leichten Komplikationen: Blutungen, Infektionen oder Schwellungen. Das liegt daran, dass es sich bei Piercings um offene Wunden handelt, welche durch das Piercing selbst auch erst einmal offengehalten werden. Dadurch können Staub, Dreck und Schmutz schneller an die offene Wunde gelangen und diese kann sich entzünden.

Um zu prüfen, ob Dein Piercing sich entzündet hat, kannst Du Dich an folgender Liste orientieren:
Dein Piercing ist entzündet, wenn...
... es stark schmerzt (über einen langen Zeitraum, der Schmerz ein bis zwei Tage nach dem Stechen ist normal)
... Du eine deutliche Rötung erkennen kannst, die einen langen Zeitraum anhält ... der Stichkanal rund um das Piercing anschwillt
... die Haut rund um den Stichkanal sich warm anfühlt und pocht
... Deine Haut sich überempfindlich anfühlt
... sich eventuell sogar Eiter bildet

Wenn einer dieser Punkte oder sogar mehrere Punkte bei Dir zutreffen, ist es absolut ratsam, Deinen Piercer oder einen Arzt aufzusuchen. Tust Du dies nicht, kann die Entzündung sich weiter ausbreiten, was zu dem Verlust Deines neuen Piercings oder im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann.
Weitere Gefahren, die auf ein frisches Piercing lauern, sind die Gefahr des Herausreissens und die Gefahr einer allergischen Reaktion. Solltest Du bereits wissen, dass Du allergisch auf Stoffe wie Nickel reagierst, solltest Du dies definitiv Deinem Piercer mitteilen. Glücklicherweise wird inzwischen ohnehin fast nur noch mit Chirurgenstahl als Material für das erste Piercing gearbeitet. Chirurgenstahl ist eine Edelstahl-Art, welche weder rosten noch anlaufen kann und so gut wie kein Nickel enthält. Die andere Gefahr besteht darin, dass Du mit Deinem frischen Piercing an Deiner Kleidung oder ähnlichem hängen bleiben könntest, was dazu führen kann, dass das Piercing herausgerissen wird und das Gewebe beschädigt wird. Auch in einem solchen Fall ist es sinnvoll, einen Arzt oder Deinen Piercer aufzusuchen, um so viel des Schadens zu beheben, wie nur möglich.
Ein weiteres Problem, welches mit einem frischen Piercing auftreten kann, ist, dass die Wunde nicht heilen möchte. Dies fördert das Risiko einer Entzündung einerseits und sorgt in manchen Fällen für das Wachstum von Wildfleisch. Vor allem an Stellen mit viel Knorpel wehrt die Haut sich nach einiger Zeit und bildet unschöne Wulste, die ansonsten aber nicht gesundheitsschädlich sind. Auch Piercings im Mundbereich können Schaden anrichten, nämlich an den Zähnen. Durch Vermehrtes Herumspielen mit dem Piercing und durch die Reibung des Metalls an den Zähnen kann der Zahnschmelz beschädigt werden.
Schlussendlich solltest Du Dich vor dem Stechen eines Piercings gründlich damit befassen, was Du auf Dich nehmen musst, um dieses Piercing zu schützen und zu pflegen, damit es schnell und ohne Komplikationen abheilt. Schaue doch einfach einmal in unsere Piercing-Kategorien hinein und suche Dein Wunsch-Piercing heraus. Hier findest Du bereits erste Infos zur Heilungsdauer und zu möglichen Komplikationen. Natürlich möchten wir Dich nicht davon abhalten, Dir ein Piercing stechen zu lassen, jedoch ist es immer besser, informiert zu sein, als sich die Informationen erst zu suchen, wenn es zu spät ist.